Futter

Wenn man Daphnien holt, sollen sie auch lange am Leben bleiben.

Wer wie ich einen weiten Weg zum Wasserflohteich hat (etwa 65 km hin und zurück), fährt nicht jeden Tag dorthin, sondern versucht die mitgebrachten Daphnien möglichst lange am Leben zu erhalten. Eine Tonne im Garten zur Aufbewahrung gibt es bei mir nicht, weil es auf der zehnten Etage keinen Garten gibt, nur einen 20 Liter Eimer, der belüftet wird. Trotzdem sind mir immer ein (zu großer) Teil der Daphnien vor dem Verfüttern gestorben und ich habe immer vermutet, es sei der Sauerstoffgehalt, der trotz Belüftung niedriger sei als im Teich wo ich die Daphnien fange.

 

Vor einiger Zeit habe ich mir eine kleine Dose der Algen Chlorella vulgaris gekauft als Zusatzfutter für Jungfische, die das gerne fressen. Beim Füttern der Jungfische habe ich die Idee gehabt, auch etwas (eine Messerspitze voll) von dem Algenpulver in den Eimer mit den Daphnien zu streuen. Siehe da, nach meiner Meinung war die Menge an weiter lebenden Daphnien größer als sonst üblich. Also habe ich diesen Versuch später nochmals durchgeführt und zwar auch direkt nach dem Fang. Nach meiner Meinung leben die Daphnien länger in meinem Behälter als vorher und auch die Körperfarbe ist kräftiger. Also vermute ich, früher sind sie nicht unbedingt an Sauerstoffmangel, sondern an Hunger gestorben.

Übrigens, inzwischen mache ich das auch mit meinen Artemianauplien. Wenn die Jungfische eine bestimmte Größe erreicht haben, ist es nicht so wesentlich ob die Nauplien frisch geschlüpft sind oder sich schon einige Male gehäutet haben und etwas größer geworden sind. Nur, normalerweise haben sie dann kaum noch einen Gehalt an Nährstoffen, weil der für das Wachstum verbraucht wurde. Nun mache ich alle drei Tage einen neuen Ansatz, füttere nach dem ersten Tag mit dem Algenpulver und siehe da, die Nauplien haben weiterhin eine kräftige Farbe, was darauf deutet, sie nehmen das Futter auf. Ich habe auch vorher schon Nauplien über einige Tage wachsen lassen, aber die waren dann sehr blass und fast durchsichtig. Wer es auch probieren möchte, Chlorella vulgaris gibt es beim Zoofachhändler. Mit einer 35 mm Filmdose voll Pulver kommt man sehr lange aus.

 

Norbert Grunwald, Wuppertal
Veröffentlicht im “Regenbogenfisch” die Mitgliederzeitschrift der Internationalen Gesellschaft für Regenbogenfische