Pflanzen

Vor etwa 2 Jahren habe ich ein ausgedientes Aquarium (ca. 120 x 60 x 40 cm) vor dem Sperrmüll gerettet. Die Idee war, auf der Terrasse ein Biotop für Sumpfpflanzen zu schaffen.

 

Also habe ich aus Ziegelsteinen und einer ausrangierten Arbeitsplatte einen stabilen Unterbau montiert und dann das Becken mit ca. 15 cm Bodengrund (einem Gemisch aus Teicherde, Sand und Torf) gefüllt. Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde dann gepflanzt: Menyanthes trifoliata (Fieberklee), Hippuris vulgaris (Fieberklee), Alisma plantago-aquatica (Froschlöffel), Sagittaria sagittifolia (Pfeilkraut) und als Krönung der ganzen Geschichte eine Echinodorus (cordifolius?), die ich über längere Zeit im Aquarium als Adventivpflanze herangezogen hatte. Alle Pflanzen sind gut angewachsen und haben sich üppig vermehrt. Dann kam der Winter (01/02). Einige Pflanzen zogen ganz ein, u.a. auch meine Echinodorus.

 

Da sie ja ursprünglich aus dem Aquarium kam, hatte ich vor, im nächsten Frühjahr ein neues Exemplar im Aquarium heranzuziehen. Das Becken auf der Terrasse hatte sich im Laufe des Herbstes randvoll mit Wasser gefüllt (saurer Regen). Und im Winter bildete sich zeitweise eine 10 cm dicke Eisschicht. In der Mitte des Beckens befestigte ich dann einen großen Styroporblock, damit das Eis nicht das Becken sprengt. Aber alles wird gut!

Im Frühling dieses Jahres blühte zuerst der Fieberklee. Und als die Tage wieder wärmer wurden, pflanzte ich den neuen Echinodorus-Ableger aus dem Aquarium nach draußen. Er ist ebenfalls gut angewachsen.Aber nach einigen Wochen traute ich meinen Augen nicht: An der Stelle, wo die vorjährige Echinodorus erfroren sein mußte, sproß neues Grün. Und schon bald hatte sie den neuen Ableger an Größe eingeholt. Ich hatte nie damit gerechnet, daß diese Aqauarienpflanze die doch verhältnismäßig strengen Wintertage im „Freiland“ überleben konnte. Diese Erfahrung im Hinterkopf packte mich dann der Ehrgeiz. Jetzt wollte ich ein „Familienbecken“ einrichten.

Unsere einheimischen Pflanzen Alisma und Sagittaria gehören ebenso wie die Echinodorus zur Familie der Alismataceae. Und diese drei zu einer Familie gehörenden Pflanzen sollten fortan das Becken bevölkern. Also wurden alle „Fremdlinge“ im Laufe des Sommers entfernt. Bis auf den Tannenwedel ist mir das auch gelungen. Der Tannenwedel hat jedoch den Untergrund im Laufe eines Jahres dermaßen unt erwandert, daß ich heute noch mit Ausläufern zu kämpfen habe.Zum Wasserstand im Becken muß ich noch anfügen, daß ich während des Bestehens des Beckens nie einen Tropfen Wasser nachgefüllt habe. Im Herbst des vergangenen Jahres war das Becken so voll, daß es übergelaufen ist. Und diesen Sommer war es zeitweise so weit ausgetrocknet, daß nur in den tieferen Schichten noch ein gewisses Maß an Feuchtigkeit vorhanden war.

Für mich war es auch eine interessante Erfahrung, wie die Pflanzen mit diesen extremen Wasserverhältnissen zurecht kommen. Und sie haben es gut vertragen, denn alle drei haben reichlich geblüht und Adventivpflanzen angesetzt. Im Augenblick (Spätherbst 2002) ist das Becken zu ¾ gefüllt, Alisma und Sagittaria haben eingezogen und ich bin gespannt auf das nächste Frühjahr.

Da zur Familie Alismataceae (Froschlöffelgewächse) 12 Gattungen zählen, ist mein „Familienbecken“ also noch ausbaufähig.

 

 

Dieter Friedrich