Terraristik

Eine Studie zum Wanderverhalten der Erdkröte (bufo bufo) in einem Biotop in Süddeutschland hat ergeben, dass dieser Lurch im Laufe eines Jahres vier Wanderungen unternimmt.

Am Untersuchungsort - einem Naturschutzgebiet - stellten Feldherpetologen fest, dass nach der Herbstwanderung ins Winterquartier die obligatorische Laichwanderung im Frühjahr, später eine Rückwanderung in den Sommerlebensraum, sowie eine Rückwanderung der Jungkröten in Richtung ihrer Landlebensräume erfolgt. Dabei lauern viele Gefahren beim Überqueren von Straßen sowie auf Nutzflächen der Land- und Forstwirtschaft. Durch ihre dämmerungs- und nachtaktive Lebensart erreichen aber immer noch erstaunlich viele Tiere ihr Ziel.

 

Im Hinblick auf den praktischen Amphibienschutz zeigten sich jedoch auch negative Ergebnisse:

Die bekannten Krötenschutzzäume sind in der Regel viel zu kurz. Sie werden von zahlreichen Erdkröten umgangen, von denen, trotz der gut gemeinten Schutzmaßnahmen, dennoch viele den Straßentod sterben.

Die Herbstwanderung wird in der Regel ohne die bekannten Zäune absolviert. Sie verläuft auch nicht so konzentriert wie die Laichwanderung im Frühjahr, so dass dabei größere Verluste ausbleiben.

Sehr verlustreich verläuft dagegen die Rückwanderung der Jungkröten. Oft ist die Maschenweite der Netze zu groß. Zusätzlich ist die Körpermasse der Rückwanderer so winzig, dass sie selbst von Fußgängern übersehen und zertreten werden. Im Volksmund spricht man dann oft auch vom "Krötenregen", weil man früher glaubte, dass derartige Massen mit dem Regen vom Himmel fielen.Krötenzäune sind eben auch nur ein Provisorium! Sie bieten über das Jahr verteilt keinen perfekten Schutz.

Besser ist die Strategie des Anlegens von Ersatzlaichgewässern, in die der Krötenlaich eingebracht wird. Solche Gewässer werden dann bald genauso angenommen wie die alten angestammten, nicht mehr zur Verfügung stehenden Laichplätze.Erdkröten erreichen zum Teil ein Alter von mehr als 15 Jahren.

 

Lothar Zenner