Süsswasserfische

Panzerwelse erfreuen sich zur Zeit bei uns Aquarianern großer Beliebtheit. Ständig gelangen neue unbekannte Arten in unsere Aquarien.
Dann stellt sich jeder ernsthafte Liebhaber die Frage: „Wie kann ich die Art erhalten und vermehren?“ C. paleatus gilt als der am häufigsten gepflegte und am einfachsten zu züchtende Panzerwels. Er wurde bereits 1878 von CARBONNIER in Paris gezüchtet. Seit dieser Zeit ist er aus unseren Aquarien nicht mehr wegzudenken. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Größe von 6 - 8 cm. Die etwas kleiner und schlankeren Männchen sind leicht von den größeren, plumpen Weibchen zu unterscheiden.

 

Als weiteres, einfaches Unterscheidungsmerkmal fällt bei den Männchen die steil aufragende Rückenflosse ins Auge. Zur Zucht verwende ich ein 45-Liter Aquarium ohne Bodengrund. Die Einrichtung besteht aus einem luftbetriebenen Innenfilter und einigen auf Kieselsteinen wachsenden Anubias Pflanzen. Aufgefüllt wird das Zuchtaquarium mit frischem Leitungswasser. Meine Wasserwerte: Karbonathärte 1, ph-Wert 7,5, Temperatur 23° - 24° C. Nach einer Woche werden die vorher gut gefütterten Zuchttiere, bei mir immer ein Männchen und ein Weibchen mit gut sichtbarem Laichansatz, eingesetzt. Die Eiablage erfolgt dann meistens am nächsten Tag. Falls nicht abgelaicht wird, bleibt das Zuchtpaar im Aquarium. Dann ist aber auf peinlichste Sauberkeit zu achten, das heißt, täglich müssen Futterreste und Ausscheidungen abgesaugt und fehlendes Wasser durch frisches ersetzt werden. Ein großer zusätzlicher Wasserwechsel und kleine Temperaturschwankungen können dann stimulierend wirken.

Bei der Paarung klemmt das Männchen mit den Brustflossen die Barteln des Weibchens ein. Dann fallen zwei bis sechs Eier in die vom Weibchen zu einer Tasche gefalteten Bauchflossen und werden dort befruchtet. Nach einiger Zeit wird das Weibchen wieder losgelassen und klebt die Eier an Pflanzenblätter oder die Aquarienscheiben.

C. paleatus legen im Durchschnitt 200 - 400 Eier. Bei einigen Paaren kann sich das Ablaichen über mehrere Tage hinziehen. Um eine große Anzahl von Jungtieren aufziehen zu können überführe ich nach 3 Stunden die noch klebrigen, klaren Eier mit dem Finger in ein 2-Liter-Plastikbecken. Wenn sie dabei aus den Wasser genommen werden und an die Luft gelangen, so hat das keine Bedeutung für die weitere Entwicklung. Eier mit einem weißen Kern sind unbefruchtet und werden aussortiert. Nach fünf Tagen schlüpfen bei leichter Durchlüftung aus den immer dunkler werdenden Eiern die Jungen.

Wenn nach zwei weiteren Tagen der Dottersack aufgezehrt ist, werden frischgeschlüpfte Artemia-Nauplien gefüttert. Am orangenfarbenen Bauch kann man dann gut erkennen ob das gereichte Futter angenommen wird. Damit ist die schwierigste Hürde für eine erfolgreiche Aufzucht der kleinen Welse genommen.

Mit zunehmender Größe verfüttere ich dann Mikrowürmchen, Trockenfutter und gehackte Tubifex. Während der Aufzucht ist weiterhin auf absolute Sauberkeit, frisches Wasser und mit zunehmendem Wachstum auf eine ausreichende Beckengröße zu achten. Bei Beachtung dieser Punkte wachsen die Jungen schnell heran. Nach 10 - 12 Wochen ist man stolzer Besitzer einer großen Schar Jungwelse von 3 - 3,5 cm Größe.

Zur erfolgreichen Pflege von Panzerwelsen sollte man feinsandigen Bodengrund nehmen, stets abwechslungsreich füttern, auf die Wasserqualität achten und sie immer in Rudeln halten. Meine ältesten C. paleatus sind schon 10 Jahre alt. Vieleicht versuchen Sie es ja auch einmal mit der Pflege und Zucht von Panzerwelsen. Ich jedenfalls habe die kleinen, drolligen und immer wuselnden Fische schon lange in mein Herz geschlossen.



Peter Münch

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