Vorträge

am 06. Mai 2013, Montag, 20.00 Uhr:
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Hürden nehmen - die Nachzucht von Süßwasserfischen mit pelagischen Larven" Vortrag von Dr. Michael Taxacher, Weilerswist

Wo?  Kolpinghaus MesseHotel, Theodor-Hürth-Str. 2-4, 50679 Köln-Deutz & Gäste sind recht herzlich willkommen!

Bitte Veranstaltungsort beachten!

 

"Hürden nehmen - die Nachzucht von Süßwasserfischen mit pelagischen Larven" Vortrag von Dr. Michael Taxacher, Weilerswist

Ein wichtiges Ziel der Süßwasseraquaristik ist die Wissenserweiterung über die Fortpflanzungsbiologie der Aquarienfische und ihre Vermehrung unter Aquarienbedingungen. Bei „züchtbaren“ Arten kann auf Naturentnahmen von Wildfängen für die Aquaristik weitgehend verzichtet und besonders lange Transportwege der Fische können vermieden werden.
Zahlreiche Süßwasserfische können heute gezielt im Aquarium vermehrt werden. Wir sind in der Lage, gesunde Aquarienstämme heranzuziehen und zu erhalten.
Allerdings gibt es auch Fischgruppen, bei denen die Nachzucht nach wie vor als schwierig gilt. Dies ist beispielsweise bei vielen Grundelarten der Fall, bedingt durch einige Besonderheiten in ihrer Entwicklungsbiologie. Viele Grundeln schlüpfen als sehr kleine pelagische Larven, sie schweben also in ihren ersten Lebenswochen als Plankton im freien Wasserkörper (Pelagial).
Mit den in der Süßwasseraquaristik üblichen Methoden lassen sich diese Larven meist nicht aufziehen, insbesondere die Suche geeigneter Futterorganismen ist sehr aufwändig. Hinzu kommt, dass es sich bei einigen Arten um amphidrome Fische mit marinen Larven handelt. Der Wechsel vom Süßwasser ins Meerwasser ist bei einigen Arten obligatorisch für die weitere Entwicklung der Larven und muss im Aquarium nachgeahmt werden. Mit der Metamorphose wandern diese Arten zurück ins Süßwasser, auch dieser Schritt muss im Aquarium nachvollzogen werden.
Einige Grundelarten mit kleinen pelagischen Larven lassen sich bereits heute erfolgreich im Aquarium aufziehen, und stetig werden es mehr.
Als Futterorganismen für die ersten Tage nach dem Schlupf haben sich Rädertierchen der Gattung Brachionus bewährt, vor allem kleinere Brachionus-Arten und Kultur-Stämme mit einer maximalen Individuengröße um 200 µm (z.B. Marmorgrundel, Oxyeleotris marmorata; Großmaulgrundel, Pseudogobiopsis oligactis). Erfolg versprechend ist auch der Einsatz von kleinen Copepodenarten und deren Nauplien. In Einzelfällen gelang die Aufzucht mit Wimperntierchen der Gattung Euplotes (Gelbstreifen-Grundel, Mugilogobius chulae).
Auch zwei Schleimfisch-Arten des Süß- und Brackwassers mit pelagischen Larven können inzwischen erfolgreich im Aquarium vermehrt werden, z.B. der Zebra-Schleimfisch (Omobranchus zebra) und der Süßwasserschleimfisch (Salaria fluviatilis). Wie bei den genannten Grundelarten ist die Verfügbarkeit geeigneter Futterorganismen der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Aufzucht. Als geeignete Futtertiere erwiesen sich auch in diesen Fällen kleine Brachionus.
Die aufgeführten Beispiele zeigen, dass die Nachzucht von Süßwasserfischen mit pelagischen Larven zwar immer noch eine aquaristische Herausforderung ist, Erfolgserlebnisse sind aber nicht ausgeschlossen. Ich kann nur dazu ermuntern, sich mit diesem spannenden Thema eingehender zu befassen.

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