Kölner Aquarianertage 1996

In einer Pressemitteilung vom 20.03.1947 war zu lesen (Auszug):"Am 05. Mai 1946 fanden die überlebenden Freunde und Anhänger unserer herrlichen Liebhaberei erstmals wieder zusammen. Dort wurde von den Freunden für den Zusammenschluss aller früheren Kölner Vereine warm plädiert und die Gründung einer großen Liebhabergemeinschaft beschlossen. Am 28. Juli 1946 wurde daraufhin in einer gut besuchten Versammlung der obige Verein gegründet." Der Kölner Verein zählte im Dezember 1946 bereits 69 Mitglieder. In den folgenden Jahren stieg die Mitgliederzahl stetig an.

 

Allein die Jugendgruppe verzeichnete 50 Nachwuchsaquarianer. Seine damalige Aktivität und Wertigkeit zeigte sich insbesondere darin, dass mit der Zoodirektion die Vereinbarung getroffen wurde, ein großes ständiges Schauaquarium aufzubauen. Dieses wohlgemeinte Aquarium innerhalb des alten Kölner Zoologischen Gartens wurde jedoch - trotz anfänglicher Bemühungen - niemals Wirklichkeit. Die Kölner Bürger mussten bis 1971 auf ihr „Kölner Aquarium am Zoo" warten. Der Verein unterstützte aktiv die Gründung der IGAT, die Interessengemeinschaft der Aquarien- und Terrarienvereine der britischen Zone mit Sitz in Wuppertal. Alle Vereine wechselten später über in den alten VDA, der in der amerikanischen Zone wieder auflebte. Schon 1949 richtete der Kölner Verein seinen ersten Bezirkstag aus. Weitere folgten, zunächst im Bezirk 20 (Mittelrhein), ab 1961 - nach einigen Querelen - im Bezirk 19 (Nordrhein).

Nach der Ausrichtung des VDA-Kongresses 1971 in der Kölner Flora veranstaltete der Verein 1981 in Zusammenarbeit mit dem Verein für Aquarien-, Terrarien- und Naturkunde Bayer Leverkusen den VDA-Jubiläumskongress im Leverkusener Forum. Neben einer Aufsehen erregenden Multivisions-Diaschau mit acht Projektoren konnten sich die Teilnehmer am Sonntagmorgen zu ihrem Erstaunen in einer Diavorführung wieder sehen. Die am Vortag geschossenen Bilder hatten Vereinsfreunde in einer Nachtschicht entwickelt, gerahmt und in die Magazine sortiert. Während der Vorführung fiel dem völlig übermüdeten Mann am Projektor ein volles Magazin vom vier Meter hohen Projektionsgerüst herunter.

Vereinsintern wurde 1974 das Vereinsjournal aus der Taufe gehoben, das seither monatlich erscheint und sich von anfangs zwei Seiten zu einem respektablen Heftchen gemausert hat.

Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der Wasserpflanzengruppe, die sich 1976 zur Interessengemeinschaft Aquarienpflanzen (Aqua-Planta) überregional erweiterte und damit zur Keimzelle des heutigen Arbeitskreises Wasserpflanzen im VDA wurde. Der internationale Wasserpflanzenkongress 1977 im Kölner Gürzenich zog viele Besucher aus dem Ausland an.

An die große Aquarien- und Terrarienausstellung im Jahre 1978 mit etwa 18.000 Besuchern erinnert sich Dieter Ziehm noch genau: Der Verein fand zu einem gemütlichen Abend im Kölner Aquarium am Zoo zusammen. Die Stimmung war gut. Natürlich wurde auch über die Ausstellung gesprochen. Dabei fiel die Bemerkung, dass sich bei dem Pfauenaugen-Stechrochen (Potamotrygon motoro) Nachwuchs eingestellt habe. Ja, es schwimmt ein kleiner, junger Rochen ganz eng bei seinem Elterntier. Ein besonderes Ereignis? Zweifel? Kurzum: Ein Mitglied wurde zur Ausstellung geschickt, um das Jungtier abzuholen. Zwischenzeitlich wurden heiße Diskussionen geführt. Spannung kam auf. Endlich kehrte der Fahrer zurück und zeigte einen Beutel, in dem tatsächlich ein kleines, rundes Tierchen umherschwamm. Allgemeines Begutachten, auch durch den Leiter des Kölner Aquarium am Zoo und dann die nüchterne Feststellung: Es handelt sich um eine tropische Karpfenlaus.

In den achtziger Jahren fanden die Kölner Aquarientage mit dem Arbeitskreis Wasserpflanzen ebenso großen Anklang wie die Kölner Cichlidentage oder später die Kölner Aquarianertage, die meist in Verbindung mit einem Bezirkstag durchgeführt wurden.

Zusammen mit Freunden aus Sachsen und Thüringen gründeten Kölner Vereinsmitglieder im September 1993 den Arbeitskreis Zwergcichliden im VDA (AKZ), dem heute über 70 Mitglieder auch aus dem Ausland angehören.

Erwähnenswert sind auch die Namen einiger unserer Vereinsmitglieder, die in Aquarianerkreisen über die Grenzen Kölns hinaus bekannt, beliebt und sogar berühmt wurden:

Kurt Paffrath: Wasserpflanzenspezialist, erfolgreicher Buchautor und Verfasser sehr vieler Aufsätze und Berichte in seinem Spezialgebiet.

Kaspar Horst: Ebenfalls Wasserpflanzenspezialist und erfolgreicher Buchautor, Gründer des Arbeitskreises Wasserpflanzen im VDA, Verfasser verschiedener Aufsätze und Berichte, der seit Jahren seine Heimat bei der Fa. Dupla gefunden hat.

Lothar Seegers: Sein Spezialgebiet sind die Fische Afrikas, insbesondere Killifische und Cichliden aus Ostafrika. Er ist bekannt als Ichthyologe, erfolgreicher Buchautor und Verfasser sehr vieler Aufsätze, Berichte und Beschreibungen in seinen Fachgebieten.

Franz-Peter Müllenholz: Guppy-Spezialist, zeitweise Leiter der Fotogruppe und später der Wasserpflanzengruppe, begeisterter Fotograf, gründete mit Gleichgesinnten den Verein Fisch Knipser Köln (FKK), der mit seinen Multivisionsschauen über die Grenzen Deutschlands bekannt ist.

Dr. Edy Roche: Jahrelang Vorsitzender des Vereins, hat das Fachbuch Aquarienpflanzen von H.C.D. de Wit (NL) ins Deutsche übersetzt.

Auch der Schreiber dieser Vereinschronik, den Buntbarschen zugetan, ist unter anderem durch seine z.T. ins Französische übersetzten Vorträge in Aquarianerkreisen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden.

Günther Schmelzer