Kleine Fische-grosse Freude

Dieter Bork stellte uns zunächst Winzlinge aus Indien vor. Es ist kaum vorstellbar, dass es so kleine Bärblinge gibt, aber die Gattungen Danionella und Microrasbora enthalten Arten mit nur etwas mehr als 1 cm Gesamtlänge. Auch einige Reisfische der Gattung Oryzias bleiben so winzig, produzieren dafür aber erstaunlich große Eier. Die Weibchen schleppen die drei bis fünf Eier eines Laichvorganges am Körper mit sich herum, streifen sie dann aber nach etwa acht Stunden in Pflanzen ab, um erneut mit einer Eitraube überraschen zu können.

 

Die nächste Station führte uns nach Afrika zu kleinen Buschfischen der Gattung Microctenopoma, aus der vor allem M. ansorgei bekannt ist. Schöner – nach meinem Geschmack – ist aber M. damasi. Dieser Buschfisch ist bisher kaum bekannt und bildlich vorgestellt worden.

Dieter Bork zeigte ihn uns in seiner ganzen Farbenpracht – einfach sensationell.

Der Sprung nach Südamerika zu den Ziersalmlern der Gattung Nannostomus brachte die nächsten Überraschungen: zwei neue Formen von N. marginatus picturatus, eine gelbe und eine knallig rote. Beide werden von Dieter Bork in der Novemberausgabe von „das Aquarium“ näher vorgestellt. Mit kleinen Salmlern der Gattung Nannaethiops ging es zurück nach Afrika und von dort mit Schokoladenguramis der Gattung Sphaerichthys wieder nach Asien.

Auch unter den Schokoladenguramis gibt es fantastisch gefärbte Labyrinthfische, z. B. S. vaillanti. Ich kann hier gar nicht alle Kleinode aufführen, die uns Dieter Bork in seinem Vortrag, der mit fantastischen Fotos nur so gespickt war, vorgestellt hat. Zu jeder Art wurden die Pflege- und Zuchtbedingungen genannt, also praxisnahe Informationen in Hülle und Fülle. Eines bleibt auf jeden Fall festzuhalten: Mit kleinen Fischen kann man große Freude haben!

 

 

Werner Schmettkamp